ganzheitlich Zahnarzt |
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Neu: Unser Buch über Kiefergelenkstörungen ist im Joy Verlag erschienen!"Warum denn so verbissen?" |
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Vorwort von Prof. Dr. med. Klaus JorkKreative Behandlungsweisen in der Medizin gehen häufig von unkonventionellen Denk- und Erfahrungsansätzen aus. Vor allem im Interesse unserer Patienten ist dies ein unverzichtbarer Weg. Vordergründig naturwissenschaftlich ausgerichtete Medizin orientiert sich an Objektivierbarkeit, Wiederholbarkeit und Vorhersagbarkeit von Messergebnissen. Demgegenüber erkennen traditionelle Heilweisen den Menschen als Individuum an, als unverwechselbare einmalige Einheit. Naturwissenschaftler lehnen dieses Vorgehen teilweise ab, denn »die Individualmedizin öffnet der Scharlatanerie Tor und Tür«, wie einer ihrer Vertreter urteilte. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass in den vergangenen Jahren Patientinnen und Patienten immer häufiger wünschen, von uns mit unkonventionellen Heilweisen behandelt zu werden. Sie werden durch eine technisch dominierte Medizin verunsichert und sind mit den Behandlungserfolgen der naturwissenschaftlichen Medizin allein nicht selten unzufrieden. Sie sehen sich als fühlende Menschen zu wenig geachtet. Die Autorinnen und Autoren des vorliegenden Buches haben es in beispielhafter Weise verstanden, beide Sichtweisen der Medizin hinsichtlich der Funktionsstörungen des Kiefergelenks und ihrer Auswirkungen auf den Gesamtorganismus zu berücksichtigen und zu integrieren. In einem interdisziplinären Arbeitsansatz erläutern sie als klinisch-praktische Wissenschaftler ihr Gesamtkonzept im Kontext mit den von ihnen gleichzeitig angewandten Naturheilverfahren bzw. traditionellen Heilweisen. Die geschilderten Verfahren sind für Patienten ebenso wie für Therapeuten verständlich und umsetzbar. Befindensstörungen und Symptome werden in neuen Zusammenhängen interpretiert und dementsprechend individuell therapiert. Damit bietet das vorliegende Buch eine Erweiterung und Bereicherung der konventionellen Medizin und eine reichhaltige Informationsgrundlage für jeden Interessierten, der ein ganzheitliches Behandlungskonzept anstrebt. Prof. Dr. med. Klaus Jork Frankfurt, im Juli 2003
Interdisziplinäre ZusammenarbeitAm Beispiel des Allerwelts-Symptoms »Spannungskopfschmerz« haben wir zu Anfang überspitzt dargestellt, wie Patientenkarrieren verlaufen können. Aber auch eine ganze Reihe anderer Krankheitsbilder bescheren den Patientinnen und Patienten einen ähnlichen Gang durch verschiedene Spezialistenpraxen. Jedes Mal wird eine andere Therapie eingeleitet, und die Kollegen sprechen sich bedauerlicherweise oftmals nicht oder nicht genügend ab. Es mangelt häufig im Praxisalltag an einer effektiven Zusammenarbeit zum Wohle des Patienten. Gerade die Behandlung von »Problempatienten« stellt jeden Arzt vor Schwierigkeiten, die er allein nicht lösen kann. Denn bei chronischen Krankheitsbildern funktioniert wie schon erwähnt das Ursache-Wirkungs-Prinzip nicht. Die Ursachen sind komplex und die Auswirkungen scheinbar unübersichtlich. Wer denkt beispielsweise bei Kniebeschwerden schon an das Kiefergelenk und eine möglicherweise nötige Therapie durch den Zahnarzt ? Erst durch Kombination unterschiedlicher Heilverfahren und Absprachen über Fachgrenzen hinweg ergeben sich für viele Patientinnen und Patienten neue Ansätze auf dem Weg, gesund zu werden. Zudem kommen wir bei der Behandlung chronischer Erkrankungen oft an die Grenzen der westlichen Schulmedizin. Die verschiedenen Gebiete der Naturheilverfahren bieten hier wertvolle Ergänzungen für die Behandlung komplexer Erkrankungen. Die Verfasser dieses Buches glauben, dass nur in Netzwerken mit einer gut organisierten Zusammenarbeit vieler Spezialisten diese komplexen Krankheitsbilder erfolgreich diagnostiziert und therapiert werden können. Die Arbeit unserer Praxen beruht auf drei Säulen : • der Schulmedizin, • der Naturheilkunde und • dem Patientencoaching (koordinierende Beratung). Die erfolgreiche Verknüpfung dieser drei Elemente führt zu besseren Therapieerfolgen. Die Synergieeffekte durch den Wissensaustausch zwischen den Praxen steigern das Wissen und somit die Ergebnisse nochmals. Netzwerke in der Medizin sind ein Muss für ein gut funktionierendes Gesundheitswesen. Vor diesem Hintergrund haben einige Autorinnen und Autoren dieses Buches im Jahre 1997 den Interdisziplinären Arbeitskreis Naturheilverfahren (IAN) gegründet. Im IAN haben sich Ärztinnen und Ärzte aus dem Rhein-Main-Gebiet zusammengeschlossen, die nach abgeschlossener Facharztausbildung seit Jahren in großem Umfang und mit großem Engagement in eigener Praxis auch naturheilkundlich arbeiten. Die Mitglieder sind Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Dermatologie, HNO-Heilkunde, Zahnheilkunde und Kieferorthopädie. Folgende naturheilkundliche Richtungen sind im IAN bisher vertreten : klassische Naturheilverfahren, Umweltmedizin, körperorientierte Psychotherapie, Stressmanagement, Eigenbluttherapie, Mikrobiologische Therapie, Hypnose, Störfelddiagnostik und -therapie, Kinesiologie, Homöopathie, Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin. Auf Grund der vielfältigen Ausrichtungen der einzelnen IAN-Mitglieder ist im Laufe der Jahre ein großer Wissensschatz und ein zunehmendes Verständnis für die jeweils anderen Richtungen entstanden. Regelmäßige Treffen und der inter disziplinäre Austausch hat uns alle bereichert. Jeder bringt seine Kenntnisse in die Gruppe ein und lernt von den anderen. Das auf diese Weise angewachsene Gedankengut veranlasste uns schließlich, dieses Buch zu schreiben. Durch die unterschiedlichen Blickrichtungen war es für uns interessant zu erkennen, wie verschieden jeder die kiefergelenkassoziierten Probleme beurteilt. Was alles zu Störungen im Kiefergelenk führen kann, ist ebenso spannend wie die Diskussion über die vielfältigen möglichen Symptome und die unterschiedlichen Behandlungsmethoden. Nach Jahren der Zusammenarbeit im IAN ist es inzwischen jedem von uns möglich, Störungen des Kiefergelenks festzustellen und die Weichen für eine optimale Behandlung – häufig im Team – zu stellen.
Die Inhalte der folgenden KapitelZiel dieses Ratgebers ist, das gebündelte Wissen und die Erfahrungen, die wir alle mit der Behandlung von Erkrankungen in Verbindung mit dem Kiefergelenk gesammelt haben, weiterzugeben, sowohl an Betroffene als auch an interessierte Therapeutinnen und Therapeuten. Wie die verschiedenen Fachrichtungen die Probleme sehen, die mit Funktionsstörungen des Kiefergelenks zusammenhängen, und wie weit die jeweilige Betrachtungsweise über das Gelenk hinausgeht, erfahren Sie im vorliegenden Buch. Peter Bornhofen und Hans-Georg Obert führen in die Fragestellung aus zahnärztlicher bzw. kieferorthopädischer Sicht ein. Bereits in diesen Kapiteln wird deutlich, dass eine nur lokale Diagnostik und Therapie keinen Behandlungserfolg erwarten lässt. Richard Gunkel schildert anschließend seine Erfahrungen aus der Praxis des ganzheitlich-regulationsmedizinisch tätigen Hals-Nasen-Ohren-Arztes. Die Sichtweise der Traditionellen Chinesischen Medizin, das chinesische Denken und die Möglichkeiten der Akupunktur werden von Klaus Birker und Michael Grandjean dargestellt. Gerhard Zimmermann geht auf psychische Faktoren und Stress als Ursachen für Symptome in der Mund-Kiefer-Region ein. Rita Grandjean erläutert die homöopathischen Arzneien, die Bezug zu Störungen des Kiefergelenks haben. Bernharda Schinke erweitert unseren Blickwin kel auf die Störungen der Mundschleimhaut, des (Darm-)Stoffwechsels und des Säure-Basen-Haushaltes. Der Anhang enthält unter anderem ein Glossar, das Ihnen die wichtigsten Fachbegriffe und Therapieverfahren kurz erklärt und zum schnellen Nachschlagen anregt. Sollten Sie eigene Probleme an verschiedenen Stellen des Buches wiederfinden, möchten wir Sie dazu ermuntern, entsprechende Ärzte und Heilpraktiker in Ihrer Nähe aufzusuchen. Hilfreiche Adressen finden Sie im Anhang. Wir hoffen, dass der vorliegende Ratgeber Ihnen ein weitgehendes Verständnis der Problematik rund um das Kiefergelenk vermitteln kann. Unser Wunsch ist, dass Sie als Patientin und Patient informiert sind. Entdecken Sie Ihr Kiefergelenk und Ihren Körper neu! |
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